Neue Kinderzitate und -gedanken

Die Dreijährige, auch bekannt als K2, ist nun vollständig in der Fragephase angekommen. Vorzugsweise werden diese Fragen dazu genutzt, die Bettgehzeit nach hinten zu schieben, oder das Frühstück zu verlängern, oder aber, um mich von jeglicher Arbeit abzuhalten.

Aktuell beschäftigt sie sich unter anderem mit folgenden Dingen:

  • Wie sind die Mammuts ausgestorben?
  • Und die Dinosaurier?

(Diese Fragen beantwortet ihr die große Schwester, K1, täglich aufs Neue mit einem genervten: „Durch den Klimawandel, Mensch, Anna, das hab ich dir schon so oft gesagt!“ – auch wenn das ein wenig zu verallgemeinert ist, aber sie hat sich, was die Dinos angeht, auf diese Theorie festgelegt und möchte sich auf den Meteoriteneinschlag nicht mehr einlassen, seit in einem Buch mehrere wissenschaftliche Theorien als mögliche Gründe genannt wurden.)

  • Was essen Fische?
  • Wann werden die Nordlichter eingeschaltet?
  • Nebel wird aus Wasser gemacht, oder, Mama?
  • Hast du schon mal eine Fledermaus gesehen?
  • Früher, als ich noch nicht in deinem Bauch war, da war ich ganz groß und ihr ganz klein, oder, Mama?
  • -to be continued-

Zudem hat sie beschlossen, nun in die Schule zu gehen. Kindergarten ist blöd, da war sie ja auch fast ein halbes Jahr nicht mehr (danke, Corona). Schule ist super, denn da geht ihre große Schwester hin. Sie möchte nämlich auch lesen lernen. Ich biete an, dass ich ihr morgen das „A“ beibringe. Sie besteht auf dem „F“, denn „das F kann ich schon gut!“. Na gut.

Zeitgleich ist sie auch in die Welt der Film- und Serienzitate eingedrungen (Corona, sei Dank hat sie hier viel Material) und wenn sie nicht gerade dank Elsa 1 – Elsa 2 – Dauerschleifen- Indoktrination als Elsa verkleidet ihre Eismagie anwendet (was allein schon aufgrund des Vornamens Anna eine witzige Situation darstellt), dann rezitiert oder singt sie sie:

  • Die Kälte, sie ist nun ein Teil von mir!
  • Du kennst mich, ich platze vor Ungeduld!
  • Ich kann spüren, wie ich zitter, doch mir ist nicht kaaaaaaalt… (kürzlich wurde dies zitiert, als ich aufgrund von Kreislaufschwäche von Zitterigkeit berichtete und auf den Hinweis, sie könne mich wärmen, antwortete, dass ich nicht friere)
  • Folg dem Norwind, denn er briiiiingt, dich zur „Mudda“, die sein Lied noch singt… – dieser Song wurde kürzlich zur Freude aller Wartenden in der Schlange vor der Metzgerei, über 20 min lang inbrünstig gesungen.

Mache ich mich unbeliebt mit einer Ansage oder „meckere herum“, wie Mütter das gelegentlich so tun, dann wechselt sie zu Ladybug und antwortet so, wie die Gefolgsleute des Bösewichtes der Serie es auf seinen Befehl hin tun:

  • Ja, Hawk Moth!!!

Ich weiß noch nicht, wie ich das finde. Dieses Kind ist klug, witzig und sehr frech zugleich. Eine interessante, aber auch etwas beängstigende Mischung.

Unterdessen beschäftigt sich die Siebenjährige damit, wie genau (!) Babys entstehen und wie sie auf die Welt kommen. Und damit meine ich: genau! Alle bislang bestellten Bücher, die ich als altersgemäß angesehen hatte, sind ihr viel zu unkonkret. „Das Buch ist blöd und voll langweilig, Mama! Da steht NICHTS drin, was ich wissen will.“ Sie möchte das SEHEN! Ich deute an, dass das in einem der Bücher doch beschrieben wird. „Aber Mama, da hätte doch mal jemand ein Bild davon malen können, damit ich mir das vorstellen kann!“ Ähm, ja…ich könnte ihr jetzt nur beschreiben wie es sich anfühlt.

Die einzige andere Frage, die sie mit ebenso brennendem Interesse verfolgt ist die, wann sie ENDLICH Harry Potter Band 3 vorgelesen bekommt. „Danke, Mama, dass du uns die Liebe zu Büchern vermittelt hast!“ war wohl einer der schönsten Sätze, die sie je zu mir gesagt hat.

(Anm.: Vielleicht werde ich ihr wirklich irgendwann ein Bild davon zeigen, wie Babys auf die Welt kommen und dafür sorgen, dass wir vor einer Teenagerschwangerschaft keine Angst mehr haben müssen.)

So viel zu den aktuellen Kindergedanken und -geschichte .

Eins ist sicher: Es werden weitere folgen.

Disney-Lehren

Ich habe Kreislaufprobleme. Nicht weiter schlimm, denn sowas geht ja vorbei, aber eben doch gerade nicht einsatzfähig.

Meine Kinder sind besorgt.

„Mama, wie gehts dir?“

Ich erkläre, dass ich gerade etwas zittrig bin und mir ein wenig übel ist.

„Mama, soll ich dir meinen Bademantel geben?“ schlägt die 3jährige vor, „dann ist dir nicht mehr kalt.“

„Ich friere nicht, ich zittere weil mein Kreislauf gerade spinnt.“

Beide Kinder gucken mich kurz ratlos an, dann plötzlich leuchtet die Erkenntnis in ihren Augen auf:

„Mama, das ist ja wie bei Elsa“, sagt die Kleine. Beide singen nun wie auf Kommando den Elsa-2-Disney-Schlager: „…ich zittre, doch mir ist nicht kaaaaaahaahaahaaaalt…“ 

Disneyfilme sind doch so lehrreich.

Die große Frage

Kaum habe ich die Augen ansatzweise geöffnet, erwischt mich von neben mir eiskalt sie Frage:

„Du Mama, ich frag dich das ja oft, aber du gibst mir ja nie ne richtige Antwort. Wie kommen denn die Geschenke unter den Weihnachtsbaum?“

Glücklicherweise kontere ich mit: „Was denkst du denn?“

„Also, ich weiß ja, dass das Christuskind Jesus ist und dass wir da seinen Geburtstag feiern“, resümiert die 7jährige. „Vielleicht schenkt er uns die Geschenke als Dankeschön dafür, dass wir seinen Geburtstag feiern?!“

Ich kann mich mit einem „möglicherweise“ heute nochmal aus der Affäre ziehen.

Aber bald bin ich dran.

Pfannkuchen

Meine Kinder, 2 und 7, haben gemeinsam Pfannkuchen gemacht. Echte. Als Überraschung. Heimlich. Also den Teig, denn an den Herd gehen sie natürlich nicht alleine.
Nur Eltern verste

hen die ambivalenten Gefühle, die diese Überraschung auslöst.


Ich muss aber ergänzen: Die Pfannkuchen (die mein Mann dann gebacken hat) waren etwas mehllastig, aber essbar. Die Große hatte das Rezept aus der Sendung mit der Maus und hat sogar heimlich die korrekte Menge Mehl abgemessen. Sie haben das alleine gemacht und alle nötigen Zutaten und Gerätschaften gefunden. Ich bin ganz schön stolz.